Keller für Schalke!

Meschede mal königsblauSchalke schied gegen Istanbul aus der Champions League aus. Leider möchte man sagen – auch hinsichtlich der oft zitierten, aber nie ganz verstandenen 5-Jahres-Wertung, die wie das Schwert des Damokles über den erfolgreichen Bundesliga-Vereinen schwebt. Aber kann man die Aufgabe Königsklasse überhaupt in Zeiten eines Sparkurses gewinnen?

Notnagel-Trainer-Keller ward noch im Dezember des vergangenen Jahres fix als Gesicht der neuerlichen Krise auf Schalke ausgemacht – als er die Mannschaft kurz vor Weihnachten in desolatem Zustand übernahm und gegen Mainz aus dem Pokal flog – was sicherlich nicht Herrn Keller zuzuschreiben ist. Seither versucht Trainer Keller, der schon beim VfB Stuttgart das Amt des Lückenfüllers inne hatte, seinen nach einer sportlichen Durststrecke anvertrauten Spielern wieder Spielfreude einzuhauchen.

Ein Blick auf die aktuelle Tabelle sagt nämlich: Das gelang ihm. der FC Schalke 04 steht derzeit auf Platz vier, darf sogar noch einen Championsleague-Platz schielen und kickte in jener Königsklasse im Viertelfinale gegen Galatasaray Istanbul. Liest man gelegentlich Zeitung, so könnte man meinen, dass dies keine Erfolge seien.

Natürlich möchte man am Ende einer Saison Titel gewinnen und große Siege vermelden, doch darf man nicht vergessen, dass der FC Schalke mitten in einer, wie sagt man so schön, Konsolidierungs-Phase steckt. In zehn Jahren, so das die ambitionierte Ankündigung aus der Schalker Chefetage, möchte man schuldenfrei sein. Und irgendwo muss man dann ja auch mal sparen.

Sprich: Dem Verein fehlen für den Sonnenplatz in Europa derzeit die finanziellen Mittel, dennoch steht durchaus eine schlagkräftige Truppe samt Stars wie Klaas-Jan Huntelaar oder Michel Bastos auf dem Arena-Rasen in Gelsenkirchen. Viele vergessen das scheinbar häufig. Trainer-Entlassungen, wie zuletzt der Rauswurf von Huub Stevens, sorgen zudem auch nicht für mehr finanziellen Spielraum. So könnte sich der Ex-Profi Keller am Ende der Saison sogar als kostengünstige Cheftrainer-Alternative herausstellen – wenn man das denn möchte.

Keller verdient seine Chance!

Denn praktisch mit dem Amtsantritt des Ex-Profis, mit dem für schlechte Wortspiele prädestinierten Nachnamen, wurde über mögliche Keller-Nachfolger diskutiert. Noch mal: Herr Jens Keller erledigt auf Schalke bisher gute Arbeit. Die Mannschaft hat sich nach fünf Spielen ohne Niederlage in der Bundesliga gefangen – Prestige-Sieg gegen Dortmund inklusive. In der Champions-League kickte man ja jüngst auch nicht gerade gegen irgendjemanden und so scheidet man am Ende unglücklich gegen ein Staraufgebot aus Istanbul aus dem Wettbewerb aus. Dennoch sollte man nach Nackenschlägen nicht immer das große Ganze infragstellen.

Vielleicht kann man sich nun, da man unter der Woche in Gelsenkirchen wieder mehr Zeit hat, mal Jens Keller fragen, was der in nächster Zukunft so vor hat. Matip, Höwedes und Co. wollen schließlich auch in Zukunft mit dem FC Schalke durch Europa reisen, warum nicht mit dem gebürtigen Stuttgarter Keller anstelle eines Star-Trainers mit Hang zum Halbjahres-Job. Und von einem international gefestigten FC Schalke profitiert am Ende gar die ganze Bundesliga.

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