Privatfernsehen als Retter der Tradition?

Privatfernsehen als Retter der Tradition?Die 3. Liga zeigt sich hin und wieder im Regional-Programm, verhinderte Fans der 1. und 2. Bundesliga erfreuen sich Woche für Woche der Live-Übertragungen. Der Privatsender Sport1 zeigt in der kommenden Woche erstmals ein Spiel aus der Regionalliga. Live und in voller Länge ist die Partie Rot-Weiß Oberhausen gegen Fortuna Köln zu sehen.

„Kommt Ihr mit der Montagswelle, kommen noch mehr Wasserbälle“, plakatierten die Fans von Fortuna Düsseldorf noch in der vergangenen Saison, als das Zweitliga-Spitzenspiel gegen den FC St. Pauli aufgrund ob des auferlegten Topspiel-Status am späten Montagabend angepfiffen wurde. Schuld daran:  „Scheiß Sport1“, wie Fans beider Vereine im Wechselgesang laut und deutlich verkündeten. Dabei sei dieses Spiel nu exemplarisch erwähnt, Proteste gegen die Montagsspiele finden in der Regel Spieltag für Spieltag statt. Was die Anhänger kritisieren: Mehr Livespiele im TV bringen ungünstige Anstoßzeiten für die (Gäste)-Fans im Stadion mit sich und zerreißen den Spieltag in viele Teile – was oftmals in Vergessenheit gerät: Montagsspiele bringen Fernsehgelder.

RWO und Fortuna machen den Anfang

Nun baut der Münchener Privatsender Sport1 sein Übertragungs-Equipment am kommenden Montag, den 24. September am „Stadion am Niederrhein“ in Oberhausen auf, um das Spiel Rot-Weiß Oberhausen gegen Fortuna Köln live im deutschen Fernsehen zu zeigen. „Auf dem „Stammplatz“ von „Hattrick Live“ zeigt Sport1 heute das Top-Spiel der Regionalliga-West zwischen den beiden Traditionsvereinen Rot-Weiß Oberhausen und Fortuna Köln“, lässt der Sender in der Programmvorschau verlauten. Kurzum: Von 19.45 Uhr bis 22.15 Uhr berichtet Sport1 also live aus der vierten Liga.

Besagte Montagsspiele, die gerade bei Fans in der 2. Bundesliga sauer aufstoßen, können sich nun als Geldquelle für Viertliga-Vereine entwickeln – vorausgesetzt, das Pilot-Projekt erweist sich als Erfolg und wird fortgesetzt. Gerade aufgrund der sportlich schwierigen Aufstiegsregelung: Die Meister aller fünf Regionalligen ermitteln zusammen mit dem Zweiten der Südwest-Staffel lediglich drei Aufsteiger in Liga 3.

Da sind zusätliche Geldmittel – zum Beispiel durch eigentlich ungeliebte Montags-Spiele – gerngesehen. Ansonsten, so viel ist sicher, droht vielen Traditionsvereinen hierzulande auf lange Sicht der finanzielle Kollaps.

Tags: , , ,

2 Responses to “Privatfernsehen als Retter der Tradition?”

  1. Stefan M. sagt:

    Man sollte schon wissen, dass die betroffenen 2.Liga-Vereine von Montags-Spielen genau gar nichts haben. Zusätzliche Gelder gibt es dafür nicht, die werden in den „großen Topf“ getan und an alles ausgeschüttet. Fortuna (11x Montag) bekam letzte Saison also für die Montagsspiele genausoviel wie Paderborn (0x Montag)

  2. markus sagt:

    Ich denke, dass ich mit der These „Montagsspiele bringen Fernsehgelder“ nicht falsch liege.

    Ausschlaggebend für die Verteilung der Fernsehgelder sind dann allerdings die Tabellenplätze der letzten Jahre, nicht die Anzahl der bestrittenen Montagsspiele. Das stimmt.

Leave a Reply