Die Spirale der Gewalt

Die Spirale der GewaltFür den DFB steht seit gestern fest: 2.000 Fußballfans sprechen sich gegen den Einsatz von Pyrotechnik aus. “Hat der deutsche Fußball ein Problem?”, fragen gar die Kollegen vom ZDF. Entwarnung meldet Sachsen-Anhalt. Dort berichtet die Mitteldeutsche Zeitung von 61 Straftaten im Zusammenhang mit Fußballspielen.

Aber der Reihe nach: Am Dienstag, den 10. Januar 2012 ließ die DFL verlauten, man haben zusammen mit tns-infratest gut 2.000 Fußballfans zum heiklen Thema Pyro-Technik im Staion befragt. “Höchster Sicherheitsanspruch und der Einsatz von Pyro-Technik im Stadion sind nicht vereinbar. Wenn sich 84 Prozent der Fußball-Interessierten in Deutschland klar dagegen aussprechen, ist dies ein eindeutiges Votum”, sagt DFB-Sicherheitsbeauftragter Hendrik Große Lefert. Klar, Umfrageergebnisse beruhen auf Hochrechnungen, man befragt eine repräsentative Masse an Menschen. Allerdings wissen die Kollegen von textilvergehen.de zu berichten, dass sich von etwa 2.000 Befragten gerade einmal 960 als fußballinteressiert beschreiben würden – und nur diese wurden dann befragt.

Im Sportstudio wird diskutiert

Aufgreifen wird das Thema auf jeden Fall das ZDF. Das aktuelle Sportstudio lädt zur Diskussionsrunde Marke “Gewalt, Pyro, Ultras – hat der deutsche Fußball ein Problem?” Zusammen mit Moderator Michael Steinbrecher diskutieren Hendrik Große Lefert, Vorsitzender der Task Force “Sicherheit”, Christian Heidel, Manager des FSV Mainz 05, Jonas Gabler, Politologe und Fanforscher, Philipp Markhardt, Sprecher der Initiative “Pro Fans”, Jannis Busse, Sprecher der Initiative “Pyrotechnik legalisieren”, Bernhard Witthaut, Vorsitzender der
Gewerkschaft der Polizei (GdP), sowie der ehemalige DFB-Sicherheitsbeauftragte Helmut Spahn. Wer macht unseren Sport kaputt? Man darf gespannt sein. Am Samstag, den 14. Januar, ab 23.00 Uhr, wissen wir mehr, wenn wir die Debatte den gucken möchten.

In Sachsen-Anhalt haben sich Viele lieb

Der Osten ist zumindest nicht schuld. Die Mitteldeutsche Zeitung hat aus Kreisen des Landes-Innenministeriums des Bundeslandes Sachsen-Anhalt erfahren können, dass die Anzahl der registrierten Fälle von Fangewalt im letzten Jahr zurückgegangen sei. 30 291 Arbeitsstunden leistete die Polizei allerdings im selbigen Zeitraum, rund um Spiele, die höchstens in der Regionalliga angepfiffen wurden. “Der Fußball ist, was das Thema ,Gewalt und Sport angeht, Schwerpunkt der polizeilichen Maßnahmen. Kein anderer Sport erfordert mehr polizeiliches Handeln”, sagte Ministeriumssprecherin Anke Reppin der Zeitung. Im Rahmen von Bundesliga- und Pokalspielen errechnete die Polizeigewerkschaft für die Saison 2010/11 insgesamt 1,56 Millionen Stunden – also dem rund 50-fachen Wert von Sachsen-Anhalt.

Es wird einfach Zeit, dass die Rückrunde endlich beginnt.

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